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Sven Altorfer founder of The Change with cows on the farmer of one of his contracted colostrum farmers

Kolostrum direkt vom Hof: 7 Fragen an Gründer und Produktentwickler Sven Altorfer

Geschrieben von: Barbara Stolba

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Lesezeit 5 min

Kolostrum wird direkt auf Schweizer Bauernhöfen abgeholt – weil echte Qualität am Ursprung beginnt, nicht erst in der Verarbeitung.

Die Entscheidung für schonende Kaltverarbeitung war keine Marketingstrategie, sondern eine biologische Konsequenz: Der Prozess muss dem Produkt folgen – nicht umgekehrt.

Messbar höhere Immunoglobulin-Werte und positive Rückmeldungen aus der medizinischen Praxis haben gezeigt: Der zusätzliche Aufwand bleibt im Produkt erhalten.

Bewusstes Verzichten auf schnelles Wachstum zugunsten von Qualitätskontrolle war die schwierigste – und wichtigste – unternehmerische Entscheidung.

Das Ziel: Menschen helfen, sich im Alltag stabiler und ausgeglichener zu fühlen – durch tägliche Unterstützung statt ständige Optimierung.

SVEN ALTORFER, WARUM WAR ES IHNEN WICHTIG, KOLOSTRUM PERSÖNLICH BEI DEN HÖFEN ABZUHOLEN – STATT ES EINFACH EINZUKAUFEN?

Sven Altorfer: Für mich war sehr früh klar, dass Kolostrum kein gewöhnlicher Rohstoff ist. Es ist der erste Nährstoff, den ein Säugetier im Leben erhält. Biologisch extrem sensibel und zeitkritisch.

Wenn man es anonym einkauft, erhält man am Ende ein Pulver mit einer Spezifikation. Mich hat jedoch der gesamte Ursprung interessiert. Qualität beginnt nicht erst bei der Verarbeitung, sondern viel früher: bei der Fütterung der Kuh, bei der Haltung der Tiere, beim Ablauf der Geburt und bei den ersten Stunden des Kalbes. Auch der respektvolle Umgang mit Tier und Hof spielt eine entscheidende Rolle.

All diese Faktoren beeinflussen letztlich die biologische Wertigkeit und Qualität des Kolostrums.

Die persönliche Abholung bedeutet deshalb für mich nicht nur Kontrolle, sondern Beziehung. Ich kenne die Bauern, die Arbeitsweise der Höfe und die Bedingungen vor Ort. Dadurch entsteht Vertrauen – und ich kann sicherstellen, dass dieses besondere Lebensmittel vom ersten Moment an mit der nötigen Sorgfalt behandelt wird.

Denn echte Qualität entsteht nicht im Labor, sondern am Ursprung.

The Change van on a farm with cows
©The Change/Swiss Health & Nutrition AG

GAB ES EINEN KONKRETEN MOMENT, IN DEM IHNEN KLAR WURDE: KOLOSTRUM BRAUCHT EIN NEUES, SCHONENDES VERFAHREN UND MUSS KALT VERARBEITET WERDEN?

Ja. Das entstand nicht aus einer einzelnen Idee, sondern eher aus einer gewissen Ernüchterung.

Ich habe Analysen gesehen und verstanden, dass viele Produkte zwar als hochwertig vermarktet werden, biologisch jedoch bereits stark verändert sind. Hitze macht Prozesse stabiler, einfacher und industriell besser skalierbar. Sie beeinflusst jedoch auch empfindliche Immunfaktoren, die Kolostrum eigentlich so besonders machen.

«Echte Qualität entsteht nicht im Labor, sondern am Ursprung.»

Sven Altorfer, CEO & Produktentwickler von The Change

Sven Altorfer
©The Change/Swiss Health & Nutrition AG

Mir wurde klar, wenn Kolostrum wirklich das bleiben soll, was es ursprünglich ist, darf man nicht versuchen, das Produkt an industrielle Prozesse anzupassen, sondern muss den Prozess dem Produkt unterordnen.

Die Entscheidung für eine konsequent schonende Kaltverarbeitung von Kolostrum war deshalb keine Marketingidee, sondern eine logische Konsequenz aus dem, was wir biologisch erhalten wollten.

WAS WÜNSCHEN SIE SICH, DASS MENSCHEN ERLEBEN ODER FÜHLEN, WENN SIE UNSERE PRODUKTE IN IHREN ALLTAG INTEGRIEREN?

Ich wünsche mir eigentlich etwas sehr Einfaches: dass Menschen wieder mehr Vertrauen in ihren eigenen Körper entwickeln.

Viele leben heute permanent im Modus des Kompensierens. Mehr Energie, mehr Leistung, mehr Optimierung. Unser Ansatz ist ein anderer: den Körper täglich zu unterstützen, statt ihn ständig korrigieren zu wollen.

Wenn jemand sagt: «Ich fühle mich stabiler, ruhiger oder einfach belastbarer im Alltag», dann haben wir bereits viel erreicht.

Und wenn wir Menschen, deren Lebensqualität durch Stress, Erschöpfung oder gesundheitliche Herausforderungen eingeschränkt ist, ein Stück Stabilität oder Wohlbefinden zurückgeben können, dann bekommt unsere Arbeit eine tiefere Bedeutung.

Am Ende geht es nicht um Supplemente, sondern darum, dass sich Menschen wieder etwas mehr in ihrer eigenen Balance fühlen.

WAS HAT SIE PERSÖNLICH AM MEISTEN ÜBERRASCHT, SEIT SIE DIESEN SAMMEL- UND HERSTELLUNGSPROZESS AUFGEBAUT HABEN?

Eigentlich war ich weniger überrascht, vielmehr war ich begeistert, wie sehr sich viele meiner Vermutungen bestätigt haben.

Es ist letztlich gesunder Menschenverstand: Die ersten Stunden nach dem Melken entscheiden über die Qualität. Zeit, Temperatur und der sorgfältige Umgang mit dem Kolostrum haben einen enormen Einfluss darauf, was später im Produkt überhaupt noch erhalten bleibt. Der Aufbau des Prozesses hat gezeigt, dass biologische Wertigkeit und Qualität tatsächlich genau dort entsteht, wo man sie intuitiv vermutet – am Anfang der Wertschöpfung.

«Der Prozess muss dem Produkt untergeordnet werden – nicht das Produkt dem Prozess.»

Sven Altorfer, CEO & Produktentwickler von The Change

Besonders beeindruckt hat mich auch die Haltung der Bauern und Landwirtinnen. Viele sind stolz darauf, mit ihrer Milchwirtschaft nicht nur Nahrung zu produzieren, sondern auch einen sinnvollen Beitrag zur Humangesundheit leisten zu können. Wenn ihre Arbeit sichtbar wird und Wertschätzung erfährt, entsteht eine ganz andere Motivation und Identifikation mit dem Produkt.

Das hat mir bestätigt, dass dieser Weg nicht komplizierter ist, weil er neu ist, sondern weil man wieder näher an die natürlichen Zusammenhänge heranrückt.

Two hands in a laboratoy holding a bucket withfrozen colostrum
©The Change/Swiss Health & Nutrition AG

GAB ES UNTERWEGS EINEN MOMENT, DER IHNEN GEZEIGT HAT: DIESER WEG IST AUFWENDIGER – ABER GENAU DER RICHTIGE?

Mehr als einmal.

Ein prägender Moment war sicherlich, als wir erstmals gesehen haben, dass die Immunoglobulin-Werte unseres Kolostrums deutlich über dem Marktstandard lagen. Nicht durch nachträgliche Konzentration oder technische Eingriffe, sondern allein durch saubere Herkunft und schonende Verarbeitung.

In diesem Moment wurde klar: Der zusätzliche Aufwand geht nicht verloren – er bleibt im Produkt erhalten.

Ein ebenso wichtiger Moment kam jedoch von aussen. Einer der ersten Ärzte, der mit uns zusammenarbeitete und bereits viel Erfahrung im Einsatz von Kolostrum hatte, meldete sich nach einigen Wochen zurück. Er sagte, dass er mit unserem Produkt deutlich bessere Resultate in der Anwendung beobachte und wir unbedingt weitermachen sollten. Unabhängig davon, wie aufwendig unser Ansatz sei.

Diese Rückmeldung hat uns sehr bestärkt. Sie zeigte, dass sich der konsequentere Weg zwar schwieriger organisieren lässt, aber genau dort der Unterschied entsteht.

WELCHE ENTSCHEIDUNG WAR RÜCKBLICKEND DIE SCHWIERIGSTE, DIE SIE TREFFEN MUSSTEN?

Wahrscheinlich zu akzeptieren, dass echte Qualität Wachstum verlangsamen kann.

Der einfachere Weg wäre gewesen, grössere Mengen international einzukaufen und sehr schnell zu skalieren. Aber damit hätten wir genau das verloren, was unsere Arbeit ausmacht: Kontrolle über Ursprung, Verarbeitung und biologische Wertigkeit und Qualität.

Von Anfang an war mein Anspruch, etwas zu schaffen, das tatsächlich Wirkung entfalten kann. Unabhängig davon, ob jemand daran glaubt oder nicht. Nicht ein Produkt, das nur über Erwartungen oder Marketing funktioniert, sondern eines, dessen Qualität objektiv im Rohstoff und im Prozess verankert ist.

Sich bewusst für diesen anspruchsvolleren Weg zu entscheiden, obwohl der Markt oft Geschwindigkeit und Skalierung belohnt, war rückblickend wohl die schwierigste – aber auch wichtigste Entscheidung.

WAS TREIBT SIE AUCH HEUTE NOCH AN, SELBST RAUSZUFAHREN UND SO NAH AM URSPRUNG ZU BLEIBEN?

Weil man dort immer wieder daran erinnert wird, warum man überhaupt begonnen hat.

Zwischen Kühen, Bauernhöfen und Landschaft verschiebt sich der Fokus automatisch weg von Zahlen, Plänen und Wachstum, hin zu Verantwortung. Man sieht, dass hinter jedem Produkt echte Arbeit, Tiere und Menschen stehen, die uns täglich ernähren.

Diese Nähe hält einen ehrlich.

Und auch wenn diese Arbeit manchmal körperlich anstrengend und organisatorisch fordernd ist, liegt genau darin der grösste Lohn. Die Begegnung mit den Menschen und den Tieren am Ursprung unserer Nahrung. Das ist eine sehr unmittelbare Form von Sinn und Erfüllung.

Ich glaube, genau das spüren am Ende auch die Menschen, die unsere Produkte und unser Kolostrum verwenden.

Barbara Stolba

Barbar Stolba

Barbara Stolba ist Gründerin, CEO und Head of Operations & Organizational Development bei der Swiss Health Nutrition AG. Sie bringt zudem ein breites und vertieftes Wissen aus einem Jahrzehnt als Journalistin in der Recherche mit, welches Sie trainiert hat, Themen umfassend zu erforschen und Sachverhalte solide einzuordnen.

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